Reise nach Südamerika: Für Demokratie, Dialog und deutsch-südamerikanische Beziehungen
Ende Juli und Anfang August 2026 vertrat Altbundespräsident Christian Wulff die Bundesrepublik Deutschland bei zwei Amtseinführungen neuer Staatsoberhäupter in Südamerika und nutzte die Reise für ein dichtes Programm an politischen Gesprächen, Wirtschaftskontakten und Begegnungen mit den deutschen Gemeinschaften vor Ort. Die Route führte ihn von Hannover über Amsterdam nach Lima (Peru), weiter nach Asunción (Paraguay), Bogotá (Kolumbien) und Santa Cruz de la Sierra (Bolivien).
Peru: Amtseinführung, Wirtschaft, Innovation und Kultur in Lima und Callao
Den Auftakt der Reise bildete ein Besuch in Lima und im Hafenviertel Callao. Im Mittelpunkt des Besuches stand die Amtseinführung der neu gewählten Präsidentin von Peru, Keiko Fujimori. Gespräche mit der Wirtschaft, ein Austausch zu Innovation und Nachhaltigkeit sowie Begegnungen, die die kulturelle Vielfalt der Region widerspiegelten, ergänzten das Programm – ein Zeichen, das die engen und wachsenden Beziehungen zwischen Deutschland und Peru unterstreicht.
Paraguay: Gespräch mit Präsident Santiago Peña
In Asunción traf Christian Wulff mit Staatspräsident Santiago Peña zusammen. In dem Gespräch ging es um die bilateralen Beziehungen zwischen Deutschland und Paraguay, um das wachsende deutsche Interesse an der Region sowie um konkrete Kooperations- und Investitionsmöglichkeiten – unter anderem im Umweltbereich, etwa bei der Erschließung von Paraguays Potenzial für Investitionen über CO₂-Zertifikate. Präsident Peña würdigte den Besuch öffentlich als Ausdruck der wachsenden internationalen Positionierung Paraguays.
Bereits am ersten Tag in Paraguay hatte Christian Wulff das Colegio Alemán Concordia sowie die Deutsch-Paraguayische Universität besucht, an einem Treffen mit Unternehmern der Deutsch-Paraguayischen Industrie- und Handelskammer teilgenommen und sich mit der Leitung des Deutsch-Paraguayischen Kulturinstituts ausgetauscht.
Kolumbien: Amtseinführung von Präsident Abelardo de la Espriella

Foto: Büro Bundespräsident a.D. Wulff
Schwerpunkt des Besuches in Kolumbien lag auf der Amtseinführung des neuen kolumbianischen Präsidenten Abelardo de la Espriella am 7. August 2026. Die Zeremonie fand – erstmals seit mehr als hundert Jahren – nicht in Bogotá, sondern in Cali statt, begleitet von umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen. Neben zahlreichen lateinamerikanischen Staats- und Regierungschefs sowie König Felipe VI. von Spanien nahm Christian Wulff als Vertreter Deutschlands teil.

Foto: Büro Bundespräsident a.D. Wulff
Bolivien: 90 Jahre Deutsche Schule Santa Cruz

Foto: Deutsche Botschaft, Bolivien
In Santa Cruz de la Sierra stand die Reise im Zeichen des 90-jährigen Bestehens der Deutschen Schule (Colegio Alemán Santa Cruz), einer der drei deutschen Auslandsschulen Boliviens. Christian Wulff hielt zu diesem Jubiläum eine Festrede und würdigte damit die langjährige Bildungs- und Kulturarbeit der Schule, die seit 1936 zum kulturellen und pädagogischen Austausch zwischen Deutschland und Bolivien beiträgt.
Darüber hinaus traf er mit lokalen Autoritäten, Vertretern der Wirtschaft und der deutschen Entwicklungszusammenarbeit zusammen und besuchte in Bolivien Projekte der Kreislaufwirtschaft, die das Potenzial nachhaltiger Produktionsformen im Land aufzeigen.

Foto: Deutsche Botschaft, Bolivien
